Es begann mit ganz viel Spaß: Herumreisen, alte Freunde treffen und neue Leute kennenlernen, in Fotosammlungen wühlen, Geschichten hören und erzählen. Und jetzt, im Jahr 2018: Programmieren, Ackern-Ackern-Ackern, Spender suchen – und nun muß ich auch noch mit der neuen Datenschutzverordnung DSGVO herumschlagen! Leute, so war das ursprünglich nicht gedacht! Irgendwann ist mal gut. Wenn das Wasser bis zum Hals steht, dann reicht eine weitere Kelle, um gerade noch »Es reicht!« gurgeln zu können. und die Spacken sagen: „Ach, der schon wieder … der tut doch nur so!“

Ich will euch hier nicht mit allen Details langweilen, nicht jammern und niemanden erpressen, aber ein paar klare Worte müssen sein: Ich bin pleite. Finanziell, und auch was die Motivation angeht. Ich habe keine Lust mehr, für 3 oder 4 Euro die Stunde dieses gewaltige Archiv am Leben zu halten und weiterzuentwickeln bzw. deshalb mit Hartz IV rumzukrebsen. Es wird ja doch nicht besser. Als Web-Entwickler dürfte es kein Problem sein, besser bezahlte Jobs zu finden. Ebenfalls habe ich keine Lust mehr, ständig um neue Kohle zu betteln, damit es weitergeht – und mich dafür auch noch von irgendwelchen Schwachköpfen anscheißen zu lassen. Nein, ich bin kein Masochist!

Jeder, der PUNKFOTO über die Jahre verfolgt hat, weiß, wie sich das Projekt entwickelt hat. Während früher Reiseberichte und neue Bilder im Vordergrund standen, muß ich nun die Leute mit immer neuen Spendenaufforderungen belästigen. Sobald ich nämlich in dieser Hinsicht nachlasse, brechen sofort die Spenden ein … aus dem Augen, aus dem Sinn!

Das ist ok so, geht mir nicht anders. Aber die neue Datenschutzverordnung DSGVO hat mir nun anscheinend den Rest gegeben. Der berühmte Tropfen. Gerade bei einem Projekt wie PUNKFOTO geht nun anscheinend ohne (teuere!) anwaltliche Beratung nichts mehr. Mir wird das alles zu aufwendig und zu kompliziert, muß ich nicht haben.

Dennoch hatte ich heute ein längeres Gespräch mit einem Medienanwalt. Jetzt weiß ich zumindest detailliert Bescheid, welche Risiken ich in Zusammenhang mit PUNKFOTO eingehe. Und das sind nicht wenige.

In so einer Situation sollte es erlaubt sein zu fragen, was der ganze Scheiß noch soll. Muß es wirklich weitergehen »bis zu letzten Patrone«? Vielleicht ist es einfach mal an der Zeit, einen Haken zu machen. Alles hat ein Ende, oder was? Habe gerade echt Bock, den ganzen Scheiß zu versenken, nur damit der Murks ein Ende hat.

Ich habe mir noch eine Frist bis zum 15. Mai gegeben. Dann werde ich entscheiden, ob ich PUNKFOTO versenke, unbeirrt und selbstmörderisch weiterbetreibe oder eine Kompromißlösung suche. Mal sehen – wir hören voneinander!

Und ja, du kannst was tun: SPENDEN oder mich mit fair bezahlten und/oder interessanten Jobs versorgen!

4 KOMMENTARE

  1. Hallo Karl, ich würde Dir fast empfehlen es sein zu lassen wenn sich das alles nicht lohnt. Nicht finanziell und nicht emotional. Ich bin einer der Spender, wenn auch nur ein Kleiner. Allerdings spende ich weniger wegen Punkfoto sondern eher wegen Deiner diversen Schreibbeiträge. Die gefallen mir. Dafür würd ich auch weiter spenden. Ein Dasein als Arbeiter (web entwickler) und Autor scheint doch besser (vielleicht). Ausserdem ( 🙂 ) meine Meinung zu Deinem Geschreibsel. Dein fiktives Buch aus dem du mal was vorgestellt hast, find ich kacke. Deine sonstigen Beiträge find ich herzerfrischend. Deine Biographie liest sich sehr gut. Könntest du vielleicht auch romanisieren. Ich meine einen Roman draus machen (bin kein Experte). Wiedemauchsei. Viele Grüße

  2. Punkfoto ist ein tolles Archiv, es sollte erhalten bleiben ! Letztendlich ist das in unserem global-imperialistischen System aber eine Geldfrage. Hast Du schon mal überlegt zu den Riesen der Branche wie Google zu gehen ? Die haben doch für jedes Projekt, welches mit Daten sammeln zu tun hat, eine finanzielle Spritze, wenn man die Daten nur rausrückt …
    Falls Dich die Depression übermannt, ich kann Dir eine Freikarte für den 2.September 2018 : Peter & The Test Tube Babies auf einem Spree-Dampferfahrt-Konzert (ca. 100 Leute+Band) in Berlin schenken.
    Eine letzte Alternative hätte ich noch: Das mit der APPD damals war interessant – vielleicht gründen wir eine Partei und sahnen ab – wie es die anderen tun. Dann kann Punkfoto mit Parteigeldern weiter leben !

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