Es war wieder so weit, die Talsohle erreicht. Nach wochenlanger Tipperei war mir die Luft ausgegangen. Ich hatte tagelang dagesessen und konnte mich zu nichts aufraffen, so leer war ich. Niemand rief an, niemand besuchte mich. Meistens redete ich mit mir selbst, am liebsten vor dem Spiegel.

»Gib’s zu, kein Hahn kräht nach dir!«, sagte ich und blickte über die Schulter nach hinten, um sicherzugehen, daß mich niemand belauschte oder beobachtete. Die NSA, Berger, David, irgendwer. Weil ich nichts Verdächtiges entdeckte, wandte ich mich wieder dem Spiegel zu und versuchte mich am diabolischen Grinsen des Jokers. Das tat ich oft, weil ich mich in Batmans größtem Feind wiederzuerkennen glaubte.

»Ihr armseligen, berechenbaren Kreaturen, ich ficke euch alle – HAHAHAHA!«

Ok, ich taugte zur Comic-Figur, so viel war sicher. Aber auch alle anderen Fakten lagen unübersehbar auf dem Tisch: Mit 56 war für mich nichts mehr zu reißen, der Straßenpunk mutiert zum Sesselfurzer, der sich mit einer alten Schreibmaschine die Zeit vertrieb, aber nie und nimmer irgendwen fickte.

https://www.karlnagel.de/ficken-fuer-punkfoto

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